Residency

 

 

 

Einen wesentlichen Bestandteil des Projekts bildet ein Residency-Programm in Casablanca. Von 2020 bis 2022 werden die Residents forschen, neue Arbeiten entwickeln und ein öffentliches Programm um ihre Forschung herum etablieren.

Die Teilnehmer*innen des Programms sind:

Céline Condorelli
Céline Condorelli lebt als Künstlerin in London und Lissabon. Sie gehört zu den Gründungsdirektor*innen von Eastside Projects, Birmingham (GB) und ist Autorin und Herausgeberin der Publikation Support Structures, die 2009 bei Sternberg Press erschien. In ihrer Arbeit vereint Condorelli verschiedenste Ansätze, die vom Schaffen von „unterstützenden“ Strukturen (für die Arbeit Anderer, Formen politischer Vorstellung, existierende und fiktionale Realitäten) bis hin zu umfassenderen Fragestellungen zu Formen von Gemeinschaftlichkeit und diskursiven Räumen reichen. Zu ihren jüngsten Ausstellungen gehören Céline Condorelli, Kunsthaus Pasquart (CH), Equipment, Significant Other, Wien, Host/Vært, Kunsthal Aarhus (DK), Ausstellungsliege, Albertinum Dresden (DE, 2019), Zanzibar, feste Installation für das Kings Cross Project, London und eine Ausstellung bei Vera Cortes, Lissabon (2018).

Fatima-Zahra Lakrissa
Fatima-Zahra Lakrissa ist Forscherin und Kuratorin; seit 2014 verantwortet sie das kulturelle Programm des Musée Mohammed VI d’art moderne et contemporain in Rabat. 2016 war sie assoziierte Kuratorin der Ausstellung L’École des beaux-arts de Casablanca: Belkahia, Chabâa, Melehi, la fabrique de l’art et de l’histoir“ unter dem Dach der 6. Marrakesch Biennale. Lakrissa forscht zur Verfasstheit der Kunstgeschichte Marokkos in den 1960er und 1970er Jahren. Ihr besonderes Interesse gilt dabei deren verschiedenen Formen und ursprünglichen Entstehungsorten (Pädagogik, Sammlungen, Ausstellungen, tradierte und historiographische Praxen) sowie Schnittstellen mit anderen Disziplinen (Geschichte, Literatur, Archäologie und Soziologie).

Marion von Osten
Marion von Osten ist Ausstellungsmacherin, Forscherin und Künstlerin aus Berlin. Sie ist Gründungsmitglied der Kollektive Center for Postcolonial Knowledge and Culture (CPKC) und kleines postfordistisches Drama (kpD) in Berlin sowie des Design-Kollektivs Labor k3000 in Zürich. Von Osten kuratierte und leitete Ausstellungs- und Forschungsprojekte wie bauhaus imaginista (2016-2020) zusammen mit Grant Watson, Viet Nam Discourse (2016-2018) mit Peter Spillmann, Aesthetics of Decolonization mit dem Center for Postcolonial Knowledge and Culture (2014-2016) und Model House – Mapping Transcultural Modernisms (2010–2013). Sie promovierte bei Sarat Maharaj an der Malmö Art Academy/Lund University. Zu ihren Veröffentlichungen zählen: bauhaus imaginista (Hg. mit Grant Watson), 2019; Transcultural Modernism (Hg. mit Model House research group), Sternberg Press, Berlin 2013; Das Erziehungsbild. Zur visuellen Kultur des Pädagogischen (Hg. mit Tom Holert), Schleebrügge, Wien 2010; The Colonial Modern. Aesthetics of the Past. Rebellions for the Future (Hg. mit Tom Averemaete, Serhat Karakayli), Black Dog Publishing, London 2010; Norm der Abweichung, Zürich, Wien 2004.

Manuel Raeder
Das Studio Manuel Raeder ist ein seit 2003 bestehendes, interdisziplinäres Designstudio in Berlin, dessen Aktivitäten eine Vielzahl von Formaten umfassen und sich an den Grenzen zwischen Ausstellungen, Ephemera, Büchern, Typographie, Redaktion, Verlag, Einrichtungsdesign und kuratorischer Praxis bewegen. Das Studio beschäftigt sich mit der Konstruktion von Narrativen, sowohl in Publikationen als auch im Ausstellungs- und Kommunikationsdesign und fragt nach der Bedeutung von Büchern in Räumen und im Archiv sowie der Zukunft von Bibliotheken. Das Studio Manuel Raeder hat in enger Zusammenarbeit mit Künstler*innen über 200 Künstlerbücher entworfen, verlegt und herausgegeben und Kommunikationsstrategien und Corporate Design für zahlreiche Kulturinstitutionen und Galerien entwickelt, unter anderem für den Kölnischen Kunstverein (2007–2011), den Kunstverein München (2010–2015), Para Site Hong Kong (2012–2014), Artists Space New York (2009–2018), die Galerie Neu (Berlin, seit 2005), Mendes Wood DM São Paulo/Brüssel/New York (seit 2014), kurimanzutto Mexiko-Stadt (seit 2016) und das Modelabel BLESS (seit 2004).

Bik Van der Pol
Seit 1995 arbeiten Liesbeth Bik und Jos van der Pol in Rotterdam (NL) als Bik Van der Pol zusammen. Mit ihrer Praxis und unterschiedlichen Formen der Vermittlung untersuchen Bik Van der Pol, wie Kunst Öffentlichkeit herstellen und Raum für Spekulation und Imagination schaffen kann. Mit ihrer Herangehensweise schaffen sie Voraussetzungen für Begegnungen und in diesem Rahmen die Entwicklung eines Arbeitsprozesses, der Raum dafür lässt, Orte, Geschichten und Öffentlichkeiten fortwährend neu zu denken. Ihre Praxis ist ortsspezifisch, kollaborativ und begreift den Dialog als essentielle Art der Vermittlung. Bik van der Pols Arbeiten werden international ausgestellt und umfassen das Publizieren, Schreiben und die kuratorische Praxis gleichermaßen. 2013-2015 leiteten Bik Van der Pol den temporären Masterstudiengang The School of Missing Studies am Sandberg Institute Amsterdam.

Abdeslam Ziou Ziou
Abdeslam Ziou Ziou studierte Sozialanthropologie an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris und ist Projekt- und Forschungskoordinator im Atelier de l’Observatoire in Casablanca (MA). Abdeslam arbeitet an der Schnittstelle von Sozialwissenschaften und künstlerischer Praxis. Zurzeit entwickelt er Madness Poetry Resistance(s), eine Installation, die eine in Familienarchiven dokumentierte, anti-psychiatrische Erfahrung am Berrechid-Krankenhaus in Marokko untersucht. Abdeslam war Preisträger des interdisziplinären Forschungsprojektes Houdoud am Fatéma-Mernissi-Lehrstuhl der Université Mohammed V und HEM sowie der UNESCO. Zuletzt wurde seine Arbeit im Rahmen des Projects Ultrasanity bei SAVVY Contemporary in Berlin gezeigt. Seit Januar 2020 ist Abdeslam CAORC/Mellon-Fellow am American Institute for Maghrib Studies (AIMS).